Kunst-Haus

Ausstellung

Nah und fern

Zwei künstlerische Positionen begegnen sich – nah und fern zugleich. Zusammengebracht von Christina Kammerer (Kunst-Haus Erlangen), weiter kennengelernt in einem Erlanger Café, entstand aus einer ersten Begegnung eine unerwartete Vertrautheit: Eine gemeinsame Haltung, spürbare Nähe im Denken, Fühlen und Arbeiten, trotz unterschiedlicher künstlerischer Wege.
In den Arbeiten von Melanie Köhler zeigt sich das Innere in reduzierter Form, meist in Schwarz und Weiß, in Linie und Spur. Eine konzentrierte, unmittelbare Bildsprache, die sich dem eigenen Innenleben nähert – leise, verdichtet, klar.
In den farbintensiven Arbeiten von Louise Lutz entstehen weite Bildräume, die das Unterwegssein in sich tragen, afrikanische Landschaften, Sehnsuchtsorte, Bewegung, Aufbruch und Verweilen. Die Ferne wird zum Ausgangspunkt von Nähe: Aus der Distanz erscheinen Ihre Arbeiten wie weite Panoramen, in der Annäherung entfalten sie sich als freie, abstrakte Malerei und als persönliche innere Landschaften.
Linie trifft auf Fläche, Reduktion auf Farbfülle, Innenschau auf äußere Erfahrung.
Was die eine verdichtet, dehnt die andere aus. Was hier still wird, gerät dort in Bewegung. Und doch berühren sich beide Positionen – im Rhythmus der Linie, im freien Setzen von Form, im Vertrauen in den Moment.
Nähe und Ferne sind kein Gegensatz, sondern ein Zwischenraum: ein Ort, an dem sich Innen und Außen, Stille und Weite, Annäherung und Entfernung begegnen.

Melanie Köhler

Melanie Köhler, 54 Jahre, Atelierförderpreisträgerin und Kulturpreisträgerin des Monats September 2023 der Metropolregion Nürnberg, ist mit ihren gezeigten Arbeiten und Bildern ganz nah bei sich. Themen wie „Kommen und Gehen“, „wer bin ich und wo gehe ich hin“ prägen die neue Reihe von Arbeiten, die sie im Kunsthaus Erlangen zeigt. In schwarz-weiß und mit minimalistischen Spuren von Farbe präsentiert sie ihre größeren Arbeiten. Sie geizt mit Farbe, weil sie den größtmöglichen Kontrast liebt und es ihr genügt, mit wenigen Farben einen Gedanken auszudrücken. So lässt Melanie Köhler ihren Gefühlen freien Lauf, braucht beim Malen nichts um sich herum, außer Stille. „In der Stille liegen für sie die Antworten“. Der Pinsel, ein Stöckchen, die Hände gleiten über die Leinwand, rein intuitiv mit dem jeweiligen Thema im Gepäck.

Louise Lutz

Louise Lutz, 49, lebt und arbeitet in Erlangen und Nürnberg. Nach langjähriger künstlerischer Tätigkeit und kontinuierlicher Weiterbildung vertiefte sie ihre Praxis durch das Studium der Bildenden Kunst an der Akademie Faber-Castell, das sie im Oktober 2025 erfolgreich mit der Abschlussausstellung „Fazit“ abschloss.
Aktuell arbeitet sie an zwei Werkzyklen:

  1. Farbintensive Landschaften in Öl, Sehnsuchtsorte, in denen sich die Natur in allen Facetten spiegelt: mal zart und harmonisch, mal ungestüm und wild. Ihre Arbeiten wirken wie Panoramen, aus der Nähe betrachtet, geben sich diese jedoch als pure abstrakte Malerei zu erkennen. Der Künstlerin geht es darum, hinter den wahrnehmbaren ruhenden Landschaften eine Tiefenschicht sichtbar zu machen; bei allen Anklängen an Reales, tiefere Wahrnehmungen zum Ausdruck zu bringen.
  2. Serie auf Holz, mit eher figürlichen Anklängen. Monotypie und Collage als Grund werden mit Acryl, Bleistift, Tusche, Wachs und/oder Schellack überarbeitet und entwickeln so eine besondere Tiefe.
    „Kunst ist für mich Ausdrucksform, Freude und pure Freiheit“